Yip Man


Yip Man wollte nicht unterrichten


So wurde Yip Man in den letzten zehn Jahren als Fatshans größter Kampfkunst-Experte berühmt. Aber er hatte niemals die geringste  Absicht, sein Wissen weiterzugeben und Schüler zu unterrichten.


Er beherzigte immer das ursprüngliche Verbot, dass Wing Tsun nach dem Willen seiner Gründerin nicht verbreitet werden soll. Deshalb unterrichtete er nicht einmal seine Söhne. Für ihn war Wing Tsun eine wirklich tödliche Methode innerhalb der Kampfkünste. Je mehr er sich ins Wing Tsun vertiefte, desto mehr Bewunderung gewann er für den praktischen Wert dieses Selbstverteidigungssystems. Deshalb hätte er es sich damals auch nicht vorstellen können, einmal selbst Leute in dieser Kunst zu unterrichten. Im 2. Weltkrieg, als der größte Teil Chinas von den Japanern kontrolliert wurde, wurde Yip Mans Farmland unbrauchbar gemacht und sein Leben wurde schwer. Sobald die japanischen Truppen in Fatshan ankamen, hörten sie von Yip Mans Ruhm als Kampfkunstexperte, und sie wollten ihn als Ausbilder für Selbstverteidigung einstellen. Aber Yip Mans Patriotismus und sein Hass auf die ausländischen Eindringlinge war zu stark, so dass er ablehnte. Nach dem Krieg zog Yip Man mit seiner Familie nach Hongkong. Seine Selbstachtung und sein Eigensinn sowie die Tatsache, dass er von einer reichen Familie kam, machten es ihm sehr schwer, einen geeigneten Job zu finden. Deshalb musste er sich mit einem Leben in Armut zufrieden geben.